Ziel – Landschaft – Modellthemen

Ich möchte eine Eisenbahnanlage erstellen, die nicht wie üblich im Gebirge oder Mittelgebirge spielt. Wir leben in Schleswig-Holstein und sind in der "Ostholsteinischen Schweiz" aufgewachsen. Hier ist ein hügelig. Der höchste Berg, der Bungsberg, ist 168 Meter hoch, also eine flaches Gelände mit Hügeln, Flüssen, Seen und viel Wald.

Erste Voraussetzung für die Planung war die Großzügigkeit der Landschaft. Wenig unterirdische Strecken; alle Bereiche sollen in beiden Richtungen befahren werden können. Das Wenden der Züge soll nicht durch Schleifen, sondern in Form einer "8" geschehen, so dass der Zug nicht auf der gleichen Strecke zurück kommt. Lange Strecken, parallele Strecken, Kleinbahnhöfe und einen Großstadtbahnhof mit ausreichend langem Bahnsteig, damit auch Züge mit mindestens 5 Wagen und 1 Lok bequem stehen können, bestimmen den Aufbau. Ein Schattenbahnhof, ein Betriebswerk, ein Güter- Rangierbahnhof, eine Hafenanlage und vielleicht noch eine kleine Feldbahn mit Waggonumladung sollen das Bild ergänzen.

Alle Bereiche ausreichend großzügig und klar von einander abgegrenzt. Die Verbindung wird über Fahrstrecken durch Landschaft geschaffen.

Die Stadt hat mittlere Größe mit dreigeschossigen Häusern. Alles im Stil der Epoche III bzw. IV.

Ein Fluß (Bach), der sich durch den Wald zu einem Sägewerk schlängelt und in einem See endet ist fast fertig.

Die Kleinstadt (Dorf) hat nur einen zweigleisigen Bahnhof und einige Nebengebäude. Der geplante Hafen mit Platz für Binnenschiffe, Hebekran, Schuppen und Gleisanschluß. (ich gebe zu, den gibt es nicht in Schleswig-Holstein) Güterbahnhof mit Rangiergleisen, Gleis zur Bereitstellung der Züge und Güterschuppen, Betriebswerk mit Drehscheibe, Lokschuppen, Bekohlungsanlage, Wasserturm und Reparaturwerk sind schon als Modell gebaut und z.T. in die Anlage integriert.



grundlegende Gedanken

Erst einmal was ich nicht will:

Keine Oberleitung, kein Automatikbetrieb, kein Kabelgewirr, keine Verrenkungen um an die Anlage zu kommen.

Na, mal sehen wie sich das umsetzen läßt.

Was ich will:

Märklin HO mit K-Gleisen; digitaler Betrieb, Loks mit Dekodern, die auch andere Funktionen wie nur das Fahren beinhalten; Rückmeldung über den Standort des Zuges zum Computer über Kontakt der Radsätze. (Dekoder S88) Steuerung der Anlage mit dem PC mit Teilautomatik. Kein Tastengewirr für die Steuerung von Fahrstraßen, Weichen usw. Steuerung des Zuges per Hand und/oder PC ohne stromlose Abschnitte, (Halt am Signal über den PC ausgelöst) da die Strecken in beide Richtungen befahren werden . Fahrwege automatisch bzw. am Bildschirm eingeben. Schattenbahnhof mit Ein- und Ausfahrtsteuerung. Der Zug sucht sich automatisch ein freies Gleis – gibt es keines wartet der Zug solange bis eines frei wird.

Alternative Gestaltung der Landschaft mit Materialien aus der Natur.

Alternative Bauteile auch für den elektronischen Ausbau der Anlage.



Bauphasen, Startschuß

Weihnachten 91 kam meine Familie ohne Vorwarnung mit der Dampflok BR 81 an und erklärt, daß s i e möchte, daß ich eine Modelleisenbahn baue. Nachdem ich als Junge eine Märklinanlage hatte und diese in der Berufsfindungsphase verkaufte wurde plötzlich eine schlummernde Liebe wieder geweckt.

Ein Raum stand auch schnell zur Verfügung. Nun konnte die Planung und die Findungsphase beginnen.



Planung

Nach einigen Versuchen mit Freizeichnen per Hand stand das Prinzip der Anlage fest. Danach sollte sie ihr Gesicht bekommen. Eine Schablone von Märklin wurde angeschafft und los ging das Zeichnen. Doch die Ergebnisse waren nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte und so verschwand die Schablone genau so schnell, wie sie gekommen war.

Da ich auch schon eine PC hatte wurde auf Grund einer viel versprechenden Anzeige das Zeichenprogramm der Fa. Busch "PCRail" gekauft. Ein Sprung ins kalt Wasser. Doch die Ergebnisse waren nach einiger Übung zu meiner Zufriedenheit. Hier entstanden immer wieder neue Anlagen, die sich aus dem Basiskonzept entwickelten. Änderungen, Erweiterungen und Verbesserungen wurden eingebaut. Hier konnte ich auch meinen Vorstellungen freien Lauf lassen und mal etwas ausprobieren ohne Kostenaufwand und große Umbauten. Ausdrucke in verschiedenen Maßstäben veranschaulichten die Größenverhältnisse und gaben einen guten Überblick. Oft mußte ich mich bremsen, da ich meine Träume umsetzen wollte und nicht uferlos abschweifen wollte.

Die Anlage ist auch so geplant, daß ich sie modulweise erweitern kann. Der erste Abschnitt soll voll funktionsfähig sein, da der Spieltrieb auch in der Bauphase befriedigt werden soll auch wenn die Landschaft noch nicht fertig ist.



Grundgerüst

Die Anlage war geplant. Nun konnte der erste Bauabschnitt gestartet werden. Die Größe ist 3 x 3 Meter. Gerade noch so groß, daß man von außen alle Stellen der Anlage erreichen kann.

Für das Grundgerüst wurden Winkelprofile aus verzinkten Eisen genommen. Das Aufstellen war recht einfach und an einem Wochenende erledigt. Als Basis folgte eine Tischlerplatte 12mm für die Ebene 0. Alle anderen Flächen wurden mit senkrechten Spannten versehen, um die Auf- und Abfahrten besser für die Schienentrassen bauen zu können. An den gelochten Winkelprofilen war die Befestigung mit Schrauben sehr vorteilhaft. Die Trassen wurden aus 10mm Sperrholz gefertigt. Zwischen den Trassen habe ich Fliegendraht mit dem Tacker befestigt.

An der Gestaltung auf der Gase arbeite ich immer noch. Gips, Moltofil, Sand/Ponal, Tapetenkleister mit Papier, Ponal/Küchenpapier ?? – Ich teste noch. <30.12.98>

Da das Gewicht keine Rolle spielt, habe ich mich für die Version Sand/Ponal entschieden. Es ist leicht anzurühren, die Verarbeitung ist sehr einfach, es läßt sich länger verarbeiten (6 Std je nach Temperatur), die Farbe das Untergrundes stimmt dann auch schon. Dieser Untergrund wird steinhart. Grasflächen, Wege, Waldboden etc. lege ich mit Heki-Streumittel an, daß es in vielen Farben und Körnungen gibt.

Schienentrassen

Die Schienenwege sind aus 10mm Sperrholz über die Spannten verlegt. Maximal 3 % Steigung bei den Auf- und Abfahrten. Die K-Schienen verlege ich auf 3mm Schaummatte, die für die Isolierung von Parkett bzw. Holzböden benötigt wird. Dadurch übertragen sich die Fahrgeräusche kaum auf die Platte. Die Schienen werden dann eingeschottert und mit Ponal/Wasser/Spüli-Mischung fixiert. Für die Verteilung habe ich erst eine Spritze aus der Apotheke verwendet. Dies war sehr mühselig, bis ich auf die leere Ponalflasche umgestiegen bin. An das Schottern im Weichenbereich habe ich mich noch nicht herangewagt. Um die Funktionen nicht zu stören werde ich die Weichen nur von außen einschottern.



digitale Technik

Mein Wissen über diese Technik habe ich mir in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen. Ab August 98 gibt es nun die Broschüre "Digital planen, fahren, steuern" von MIBA (Spezial Nr 37 über Internet www.Miba.de) und ebenfalls eine Sonderausgabe von Märklin über die digitale Modelleisenbahn.

Als Hardware benutze ich einen Laptop – Märklin Control 80f als Mutter der Anlage - Interface für die Verbindung zum PC.

Alle anderen Teile sind nur zum Teil keine Märklin Originale. Hier verwende ich wenn möglich die Nachbauten, da diese preiswerter sind und zum Teil mehr Funktionen haben.

Lokdecoder von Uhlenbrook

Weichendecoder von Peter Littfinski – www.ldt-infocenter.com

Rückmeldedecoder S88 von Märklin (ich habe noch nichts besseres gefunden)

Software

Den ersten Anfang habe ich mit Railware gemacht. Der erste Eindruck und die Beschreibung waren interessant. Nur leider ist das Programm nicht stabil genug, es stürzt ab, es hat Fehler - ich habe den Eindruck gewonnen, daß man zu viel damit erreichen will. Alle Möglichkeiten in einem Programm sind zwar toll aber wohl nur mit Kompromissen zu programmieren. Ich habe mich wieder von dieser Software getrennt und kann nur jeden warnen diese zu kaufen.

Für die digitale Steuerung mit dem PC habe ich weiterhin das Programm "WinDigital 8.5" von Abbink http://www.abbinksoftware.de getestet. Das Programm ist zu empfehlen, wenn man nur digital Schalten will. Die Automatiken sind doch sehr aufwendig einzurichten. Es läuft aber stabil, ist benutzerfreundlich und hat wohl die beste grafische Oberfläche. ( Stand Okt.2004 - dies Programm ist nicht mehr für Märklin verfügbar)

Nach langen Tests habe ich mich jetzt für Win-Digipet 8.5 http://www.win-digipet.de entschieden. Ich bin total begeistert.Es ist bedienerfreundlich, läuft stabil und hat umfangreiche Funktionen. Schon von der Demo-Version war ich angetan. Seit Anfang Dez. 2002 gibt es ein neues kostenloses Update mit vielen Verbesserungen und Erweiterungen. z.B. eine Kransteuerung - toll.
Aber das aktive Forum ist der Hit. Hat man mal ein Problem - muß nicht mit dem Programm zusammen hängen - kommt dort auch prompt eine oder mehrere Antworten. Hier fühlt der Modellbahner das er nicht alleine werkelt. Die Gemeinschaft fünktioniert.
Meine Anlage in Win-Digipet:

15.10.2004
nach einem erholsamen Urlaub in Schweden und viel Zeit zum Nachdenken steht jetzt auch die endgültige Erweiterung fest.

Es wird ein Hafen mit Krananlage, ein Bekohlungsanlage und Betriebshof und ein Rangierbahnhof entstehen. Unter dieser Anlage
installiere ich einen 12 gleisigen Schattenbahnhof., siehe bitte auch die neue Planung

letztes Update 15.10.2004